Es gibt kein Gesetz, in welchem geschrieben steht, ob grillen erlaubt ist oder nicht. Und es gibt auch keine gesetzlichen Regelungen, aus denen hervorgeht, wann, wo, wie lange und wie gegrillt werden kann. Entweder ist das der Hausordnung zu entnehmen oder dem Mietvertrag. Ansonsten können Urteile aus der Vergangenheit richtungsweisend sein, ob und in welchem Umfang das Grillen auf dem Balkon und der Terrasse erlaubt ist.

Urteile:

Ein mietvertragliches Verbot ist rechtmäßig. LG Essen In einem Mehrfamilienhauses ist  generell unzulässig. AG Hamburg Das Grillen ist in der Zeit von April bis September ein Mal im Monat auf dem Balkon zulässig, wenn die benachbarten Mitmieter 48 Stunden vorher darüber informiert werden. AG Bonn

Grillen auf dem Balkon ist von den

Nachbarn bis zu fünfmal im Jahr

hinzunehmen. BayObLG

Im Garten und auf dem Balkon darf in einem angemessenen Umfang gegrillt werden. Es stellt in einer multikulturellen Freizeitgesellschaft, eine übliche und im Sommer gebräuchliche Art der Zubereitung von Speisen dar. Geringfügige Rauchentwicklung und Grillgerüche bei einer Grilldauer von ca. 6 Stunden im Jahr oder dreimal im Jahr müssen die Nachbarn im  allgemeinen dulden. LG Stuttgart Ein wiederholter Verstoß gegen das Grillverbot trotz Abmahnung berechtigt den Vermieter unter Umständen zur fristlosen Kündigung. LG Essen Entsteht  zu viel Qualm kann das einen Verstoß gegen das Landesimmissionsschutzgesetz bedeuten und ein Bußgeld nach sich ziehen. OLG Düsseldorf Das „Löschen“ des Grills gegen den Willen des grillenden Mieters unter Zuhilfenahme eines Eimers mit Putzwasser, ist eine Sachbeschädigung; das damit verbundene Wortgefecht eine Beleidigung. ( AG München Der Mieter darf zwar auf dem Balkon grillen, die Nachbarn dürfen aber dadurch nicht beeinträchtigt werden. Der Mieter muss sicherstellen, dass  Grill- und Essensgerüche nur in zumutbarem Umfang in die Wohnräume des Nachbarn hineinziehen. Dringt der  im Freien entstehende Qualm in die Wohn- und auch Schlafräume von Nachbarn ein, so stellt das eine erhebliche Belästigung der Nachbarn dar 5 Grillfeste im Jahr auf Holzkohlefeuer, zumindest dann, wenn der Grill am Ende des Gartens aufgebaut wird (BayObLG) ist erlaubt.  (LG Essen) es kann ein absolutes Grillverbot – sowohl auf Holzkohlengrill als auch auf einem Elektrogrill – verhängt werden, wenn das Grillen in der Vergangenheit immer zu erheblicher Belästigung durch Qqalm geführt hat.

Dreimal im Jahr oder sechs Stunden im

Jahr darf zum Beispiel auf der Terrasse

gegrillt werden (LG Stuttgart)

Mieter dürfen von April bis September

einmal monatlich auf Balkon oder

Terrasse grillen. Die Nachbarn sind 48

Stunden vorher zu informieren (AG

Bonn) 

Wird im Garten eines Mehrfamilienhauses eine Grillparty gefeiert und dringt der beim Grillen entstehende Qualm in konzentrierter Weise in die Wohnräume eines Nachbarn, muss er dies regelmäßig nicht hinnehmen (OLG Oldenburg, eine Ordnungswidrigkeit liegt vor und kann mit einer Geldbuße geahndet werden (OLG Düsseldorf). Ist im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart, dass auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses nicht gegrillt werden darf, ist dieses Verbot wirksam. Mieter müssen sich daran halten, dürfen nach Darstellung des Deutschen Mieterbundes nicht grillen LG Essen. Vor allem Gasgrills eignen sich hervorragend für den Balkon durch ihre minimale Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung. Hält sich der Nachbar nicht an die Vorschriften, können Sie rechtlich dagegen vorgehen  
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